Armenien – wir kommen!

Unsere Reise haben wir chronologisch vom Anfang zum Ende hin aufgeschrieben.
Scrollt also einmal nach ganz unten, um zum Beginn unserer Reise zu kommen.
Dort findet ihr auch unsere Route.

Armenien von oben: Klosterruine Hawuz Tar, nähe Garni (Sinfonie der Steine).

Happy Journey

Am Schluss unserer Reise sind wir zurück in Georgien. Das Land hat uns – neben Armenien natürlich – wieder herzlich empfangen. Didi madloba und Merci!

Tbilisi...

...das Berlin der 90er. Wir mochten es wieder gerne.

La Fabrika

Genächtigt haben wir in Tiflis wieder in unserem Lieblingshostel.

Alt trifft modern

Besondere Locations: In Tbilisi gibt es wahnsinnig viel zu entdecken.

Kunst an den Wänden

Es gibt viele Graffitis – wie in Berlin.

Nachtlager unter Bäumen

Bevor wir unser Zelt auf einer Wiese drei Kilometer vom Flughafen Kutaisi entfernt aufschlugen...

Tsalkubo

...fuhren wir nach Tsalkubo, einem ehemaligen Kurort aus Sowjetzeiten, zehn Kilometer von Kutaisi entfernt. 

Lost places

Dort traute sich Sandra in ein ehemaliges Sanatorium. Früher waren diese oftmals Schmuckstücke. Jetzt sind sie verlassen oder von Binnenflüchtlingen bewohnt. 

Quo vadis nächstes #Muttidetox?

Von Haghpat über Tbilisi und Tsalkubo zurück nach Kutaisi

2-4/06/23


Der Weg von Tbilisi nach Kutaisi war anstrengend. Doch wie sagte Sandra: „Du hast ja Deine private Fahrerin, Tina.“ Das stimmt und dafür bin ich sehr dankbar. Dennoch habe ich mich diesmal getraut und bin Niva gefahren – sowohl offroad als auch auf Asphalt. Die Straße zwischen der Hauptstadt und Kutaisi ist zur Hälfte immer noch im Bau, so dass man durch die Dörfer juckeln muss, vorbei an etwa 20 Tunneln, die noch nicht in Betrieb sind und (wann auch immer) die zukünftige Schnellverbindung darstellen werden. Ein Großprojekt, gebaut von China.

Unser zweiter Besuch in Tbilisi war heiss und anstrengend. Wir haben einen coolen Biergarten aufgetan und ein Gewitter abgekriegt. Ansonsten muss man echt sagen, dass die Hauptstadt Georgiens immer noch eine Faszination auf uns ausübt, aber einfach nicht für Fußgänger (und erst recht nicht Fahrradfahrer) gemacht ist. Der Verkehr ist anstrengend. Keine schlechte Idee also von Sandra, das nächste Muttidetox per Zug zu unternehmen. Georgien und Armenien fallen damit aber raus. Rückblickend war es genau die richtige Entscheidung, nach Armenien zu fahren. Wir haben ein wunderschönes Land mit netten, uns zugetanen Menschen vorgefunden. 

Nun sitzen wir mit Kaffee am Flughafen Kutaisi. In einer Stunde hebt unser Flieger Richtung Berlin ab. Unser Muttidetox nähert sich dem Ende. Wir haben die Nacht auf einer Wiese drei Kilometer vom Flughafen verbracht – nicht der schlechteste Platz an einem Fluss unter Bäumen. Geschlafen habe ich vor lauter Aufregung trotzdem nicht richtig. Wildcampen ist nicht meine Leidenschaft – da bin ich zu sehr in Habachtstellung.


Und nun Bording! Berlin, die Muttis kommen zurück und wir freuen uns! Wir hatten geniale zehn Tage zusammen und wie schön ist es, zu wissen, dass wir immer noch so super auch auf Reisen zusammen harmonieren – wie vor 20 Jahren in Irland oder Lateinamerika! Die Planung für unser nächstes Muttidetox kann beginnen…

Tina

Von Dilijan nach Haghpat

31/05/23-1/06/23

Kloster Haghpat - seit den 90er Jahren Unesco-Weltkulturerbe. 

Unser Campingplatz bei Haghpat - in ganz Armenien gibt es nur drei.

Kurz vor dem Hagel (so groß wie Eiswürfel) - zum Glück saßen wir bereits im Restaurant.

Blick in die Debed-Schlucht. 

Schaschlik bei Qefo - laut Reiseführer das beste in Armenien. Und es war wirklich gut.

Viele Bilder der armenischen Natur haben wir hier gezeigt. Sie ist wunderschön und divers. Die Architektur und das Straßenbild ist von Sowjetbauten geprägt und meist nicht sehr schön.

Für eine umfassende Sanierung fehlt oft das Geld und so macht jeder seins, beispielsweise neue Fenster.

Internationale Produkte gibt es auch in Armenien, doch für die Durchschnittsbevölkerung sind sie teuer.

Die gelben Busse sind uns immer wieder im Straßenbild aufgefallen. Schulbusse sind es eher nicht.

Alaverdi - postsowjetische Kupferminenstadt und Sanahin, das mit Seilbahn verbunden als Arbeitersiedlung auf der Anhöhe gebaut wurde.

Das Leben ist schön…

Gute Nacht!

Vom Sewansee in die armenische Schweiz (Dilijan)

30/05/23
Nach zwei Nächten im Dachzelt auf dem schönen Campingplatz der Niederländer merke ich, wie gerädert ich bin. Mit all den Nachtgeräuschen der Natur einschließlich Hundegebell schläft man doch nicht so tief und fest wie in einem Bett. Wir verlassen das gemütliche Areal und machen uns auf den Weg zum Weltkulturerbe Kloster Geghard. Morgens um halb 10 sind wir die einzigen Gäste. Das Kloster wird gerade renoviert und haut uns auch ansonsten nicht aus den Socken – seltsam, denn es wird in jedem Reiseführer angepriesen. 

Seewansee – schön, aber kein Geheimtipp. Gut, weiter geht’s - an den Außenbezirken der Hauptstadt vorbei Richtung Sewan-See. Der See ist „das“ Postkartenmotiv Armeniens - auf knapp 2.000 Metern gelegen mit dem Kloster Hajrawank, das über dem See thront. Dort angekommen sind wir erst einmal leicht geschockt. Wir befinden uns zwischen Büdchen mit Billigschmuck und Mondsteinen (sowjetisches Industrieglas), Restaurants und Hotels, die zum Teil schon bessere Tage erlebt haben. Die Szenerie mutet wie ein schlechter Jahrmarkt an. Der See ist nur schwer zugänglich. Es gibt zwar kleine Strände, die dann aber eher zu an der Hauptstraße gelegenen Restaurants gehören. Eigentlich wollten wir wild campen, aber auch der Platz, umgeben von alten verlassenen Geländen und Gebäuden, haut uns nicht um. Ein Blick zwischen Sandra und mir genügt. Weiter geht’s.

Auf nach Dilijan.
Dann machen wir uns eben schon auf zum Ziel, das eigentlich erst für den nächsten Tag geplant war: die armenische Schweiz – Dilijan. Wir fahren auf halber Strecke durch einen zwei Kilometer langen Tunnel. Als wir ihn wieder verlassen, ist die Landschaft saftig grün und wunderschön. Da wir die Übernachtung für den Tag darauf bereits gebucht haben, ist unser Übernachtungsziel auch für diese Nacht klar. Zum Glück steht die Mutter des Besitzers Mohammed (der anscheinend in Jerewan lebt) auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Sie ruft ihren Sohn an – eine weitere Nacht ist kein Problem und so sind wir schnell eingecheckt. Da wir oben auf der Anhöhe in einem Wohngebiet von Dilijan gelandet sind, laufen wir nach einem Gewitter runter in den Ort. Es gibt eine Landstraße außen herum, wir aber nehmen die Abkürzung. Der Weg für die Bewohner runter ins Dorf ist nicht geteert und zur Schlammpiste geworden. Dazu viele Hunde (die meisten aber mit Knopf im Ohr, gehören also jemanden), die uns neugierig beschnuppern. Tina, tief atmen! Unten angekommen, durchlaufen wir die „Altstadt“ (zwanzig Meter Kopfsteinpflaster, daneben ein auf alt gemachtes Hotel) und landen im Restaurant K’tschutsch, wo leckeres Essen in Tontöpfen serviert wird. Dazu gibt es - was sonst - ein Dilijan Bier. Die Brauerei ist nur einen Steinwurf entfernt. Satt, noch müder und zufrieden lassen wir uns heute mal ganz dekadent ein Taxi rufen und den Hang hochfahren.

Tina

Vom Sewansee in die armenische Schweiz (Dilijan)

30/05/23
Nach zwei Nächten im Dachzelt auf dem schönen Campingplatz der Niederländer merke ich, wie gerädert ich bin. Mit all den Nachtgeräuschen der Natur einschließlich Hundegebell schläft man doch nicht so tief und fest wie in einem Bett. Wir verlassen das gemütliche Areal und machen uns auf den Weg zum Weltkulturerbe Kloster Geghard. Morgens um halb 10 sind wir die einzigen Gäste. Das Kloster wird gerade renoviert und haut uns auch ansonsten nicht aus den Socken – seltsam, denn es wird in jedem Reiseführer angepriesen. 

Seewansee – schön, aber kein Geheimtipp. Gut, weiter geht’s - an den Außenbezirken der Hauptstadt vorbei Richtung Sewan-See. Der See ist „das“ Postkartenmotiv Armeniens - auf knapp 2.000 Metern gelegen mit dem Kloster Hajrawank, das über dem See thront. Dort angekommen sind wir erst einmal leicht geschockt. Wir befinden uns zwischen Büdchen mit Billigschmuck und Mondsteinen (sowjetisches Industrieglas), Restaurants und Hotels, die zum Teil schon bessere Tage erlebt haben. Die Szenerie mutet wie ein schlechter Jahrmarkt an. Der See ist nur schwer zugänglich. Es gibt zwar kleine Strände, die dann aber eher zu an der Hauptstraße gelegenen Restaurants gehören. Eigentlich wollten wir wild campen, aber auch der Platz, umgeben von alten verlassenen Geländen und Gebäuden, haut uns nicht um. Ein Blick zwischen Sandra und mir genügt. Weiter geht’s.

Auf nach Dilijan.
Dann machen wir uns eben schon auf zum Ziel, das eigentlich erst für den nächsten Tag geplant war: die armenische Schweiz – Dilijan. Wir fahren auf halber Strecke durch einen zwei Kilometer langen Tunnel. Als wir ihn wieder verlassen, ist die Landschaft saftig grün und wunderschön. Da wir die Übernachtung für den Tag darauf bereits gebucht haben, ist unser Übernachtungsziel auch für diese Nacht klar. Zum Glück steht die Mutter des Besitzers Mohammed (der anscheinend in Jerewan lebt) auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Sie ruft ihren Sohn an – eine weitere Nacht ist kein Problem und so sind wir schnell eingecheckt. Da wir oben auf der Anhöhe in einem Wohngebiet von Dilijan gelandet sind, laufen wir nach einem Gewitter runter in den Ort. Es gibt eine Landstraße außen herum, wir aber nehmen die Abkürzung. Der Weg für die Bewohner runter ins Dorf ist nicht geteert und zur Schlammpiste geworden. Dazu viele Hunde (die meisten aber mit Knopf im Ohr, gehören also jemanden), die uns neugierig beschnuppern. Tina, tief atmen! Unten angekommen, durchlaufen wir die „Altstadt“ (zwanzig Meter Kopfsteinpflaster, daneben ein auf alt gemachtes Hotel) und landen im Restaurant K’tschutsch, wo leckeres Essen in Tontöpfen serviert wird. Dazu gibt es - was sonst - ein Dilijan Bier. Die Brauerei ist nur einen Steinwurf entfernt. Satt, noch müder und zufrieden lassen wir uns heute mal ganz dekadent ein Taxi rufen und den Hang hochfahren.

Tina

Vom Sewansee in die armenische Schweiz (Dilijan)

30/05/23
Nach zwei Nächten im Dachzelt auf dem schönen Campingplatz der Niederländer merke ich, wie gerädert ich bin. Mit all den Nachtgeräuschen der Natur einschließlich Hundegebell schläft man doch nicht so tief und fest wie in einem Bett. Wir verlassen das gemütliche Areal und machen uns auf den Weg zum Weltkulturerbe Kloster Geghard. Morgens um halb 10 sind wir die einzigen Gäste. Das Kloster wird gerade renoviert und haut uns auch ansonsten nicht aus den Socken – seltsam, denn es wird in jedem Reiseführer angepriesen. 

Seewansee – schön, aber kein Geheimtipp. Gut, weiter geht’s - an den Außenbezirken der Hauptstadt vorbei Richtung Sewan-See. Der See ist „das“ Postkartenmotiv Armeniens - auf knapp 2.000 Metern gelegen mit dem Kloster Hajrawank, das über dem See thront. Dort angekommen sind wir erst einmal leicht geschockt. Wir befinden uns zwischen Büdchen mit Billigschmuck und Mondsteinen (sowjetisches Industrieglas), Restaurants und Hotels, die zum Teil schon bessere Tage erlebt haben. Die Szenerie mutet wie ein schlechter Jahrmarkt an. Der See ist nur schwer zugänglich. Es gibt zwar kleine Strände, die dann aber eher zu an der Hauptstraße gelegenen Restaurants gehören. Eigentlich wollten wir wild campen, aber auch der Platz, umgeben von alten verlassenen Geländen und Gebäuden, haut uns nicht um. Ein Blick zwischen Sandra und mir genügt. Weiter geht’s.

Auf nach Dilijan.
Dann machen wir uns eben schon auf zum Ziel, das eigentlich erst für den nächsten Tag geplant war: die armenische Schweiz – Dilijan. Wir fahren auf halber Strecke durch einen zwei Kilometer langen Tunnel. Als wir ihn wieder verlassen, ist die Landschaft saftig grün und wunderschön. Da wir die Übernachtung für den Tag darauf bereits gebucht haben, ist unser Übernachtungsziel auch für diese Nacht klar. Zum Glück steht die Mutter des Besitzers Mohammed (der anscheinend in Jerewan lebt) auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Sie ruft ihren Sohn an – eine weitere Nacht ist kein Problem und so sind wir schnell eingecheckt. Da wir oben auf der Anhöhe in einem Wohngebiet von Dilijan gelandet sind, laufen wir nach einem Gewitter runter in den Ort. Es gibt eine Landstraße außen herum, wir aber nehmen die Abkürzung. Der Weg für die Bewohner runter ins Dorf ist nicht geteert und zur Schlammpiste geworden. Dazu viele Hunde (die meisten aber mit Knopf im Ohr, gehören also jemanden), die uns neugierig beschnuppern. Tina, tief atmen! Unten angekommen, durchlaufen wir die „Altstadt“ (zwanzig Meter Kopfsteinpflaster, daneben ein auf alt gemachtes Hotel) und landen im Restaurant K’tschutsch, wo leckeres Essen in Tontöpfen serviert wird. Dazu gibt es - was sonst - ein Dilijan Bier. Die Brauerei ist nur einen Steinwurf entfernt. Satt, noch müder und zufrieden lassen wir uns heute mal ganz dekadent ein Taxi rufen und den Hang hochfahren.

Tina

Vom Sewansee in die armenische Schweiz (Dilijan)

30/05/23
Nach zwei Nächten im Dachzelt auf dem schönen Campingplatz der Niederländer merke ich, wie gerädert ich bin. Mit all den Nachtgeräuschen der Natur einschließlich Hundegebell schläft man doch nicht so tief und fest wie in einem Bett. Wir verlassen das gemütliche Areal und machen uns auf den Weg zum Weltkulturerbe Kloster Geghard. Morgens um halb 10 sind wir die einzigen Gäste. Das Kloster wird gerade renoviert und haut uns auch ansonsten nicht aus den Socken – seltsam, denn es wird in jedem Reiseführer angepriesen.

Seewansee – schön, aber kein Geheimtipp. Gut, weiter geht’s - an den Außenbezirken der Hauptstadt vorbei Richtung Sewan-See. Der See ist „das“ Postkartenmotiv Armeniens - auf knapp 2.000 Metern gelegen mit dem Kloster Hajrawank, das über dem See thront. Dort angekommen sind wir erst einmal leicht geschockt. Wir befinden uns zwischen Büdchen mit Billigschmuck und Mondsteinen (sowjetisches Industrieglas), Restaurants und Hotels, die zum Teil schon bessere Tage erlebt haben. Die Szenerie mutet wie ein schlechter Jahrmarkt an. Der See ist nur schwer zugänglich. Es gibt zwar kleine Strände, die dann aber eher zu an der Hauptstraße gelegenen Restaurants gehören. Eigentlich wollten wir wild campen, aber auch der Platz, umgeben von alten verlassenen Geländen und Gebäuden, haut uns nicht um. Ein Blick zwischen Sandra und mir genügt. Weiter geht’s.

Auf nach Dilijan.
Dann machen wir uns eben schon auf zum Ziel, das eigentlich erst für den nächsten Tag geplant war: die armenische Schweiz – Dilijan. Wir fahren auf halber Strecke durch einen zwei Kilometer langen Tunnel. Als wir ihn wieder verlassen, ist die Landschaft saftig grün und wunderschön. Da wir die Übernachtung für den Tag darauf bereits gebucht haben, ist unser Übernachtungsziel auch für diese Nacht klar. Zum Glück steht die Mutter des Besitzers Mohammed (der anscheinend in Jerewan lebt) auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Sie ruft ihren Sohn an – eine weitere Nacht ist kein Problem und so sind wir schnell eingecheckt. Da wir oben auf der Anhöhe in einem Wohngebiet von Dilijan gelandet sind, laufen wir nach einem Gewitter runter in den Ort. Es gibt eine Landstraße außen herum, wir aber nehmen die Abkürzung. Der Weg für die Bewohner runter ins Dorf ist nicht geteert und zur Schlammpiste geworden. Dazu viele Hunde (die meisten aber mit Knopf im Ohr, gehören also jemanden), die uns neugierig beschnuppern. Tina, tief atmen! Unten angekommen, durchlaufen wir die „Altstadt“ (zwanzig Meter Kopfsteinpflaster, daneben ein auf alt gemachtes Hotel) und landen im Restaurant K’tschutsch, wo leckeres Essen in Tontöpfen serviert wird. Dazu gibt es - was sonst - ein Dilijan Bier. Die Brauerei ist nur einen Steinwurf entfernt. Satt, noch müder und zufrieden lassen wir uns heute mal ganz dekadent ein Taxi rufen und den Hang hochfahren.

Tina

Vom Sewansee in die armenische Schweiz (Dilijan)

30/05/23
Nach zwei Nächten im Dachzelt auf dem schönen Campingplatz der Niederländer merke ich, wie gerädert ich bin. Mit all den Nachtgeräuschen der Natur einschließlich Hundegebell schläft man doch nicht so tief und fest wie in einem Bett. Wir verlassen das gemütliche Areal und machen uns auf den Weg zum Weltkulturerbe Kloster Geghard. Morgens um halb 10 sind wir die einzigen Gäste. Das Kloster wird gerade renoviert und haut uns auch ansonsten nicht aus den Socken – seltsam, denn es wird in jedem Reiseführer angepriesen. 

Seewansee – schön, aber kein Geheimtipp. Gut, weiter geht’s - an den Außenbezirken der Hauptstadt vorbei Richtung Sewan-See. Der See ist „das“ Postkartenmotiv Armeniens - auf knapp 2.000 Metern gelegen mit dem Kloster Hajrawank, das über dem See thront. Dort angekommen sind wir erst einmal leicht geschockt. Wir befinden uns zwischen Büdchen mit Billigschmuck und Mondsteinen (sowjetisches Industrieglas), Restaurants und Hotels, die zum Teil schon bessere Tage erlebt haben. Die Szenerie mutet wie ein schlechter Jahrmarkt an. Der See ist nur schwer zugänglich. Es gibt zwar kleine Strände, die dann aber eher zu an der Hauptstraße gelegenen Restaurants gehören. Eigentlich wollten wir wild campen, aber auch der Platz, umgeben von alten verlassenen Geländen und Gebäuden, haut uns nicht um. Ein Blick zwischen Sandra und mir genügt. Weiter geht’s.

Auf nach Dilijan.
Dann machen wir uns eben schon auf zum Ziel, das eigentlich erst für den nächsten Tag geplant war: die armenische Schweiz – Dilijan. Wir fahren auf halber Strecke durch einen zwei Kilometer langen Tunnel. Als wir ihn wieder verlassen, ist die Landschaft saftig grün und wunderschön. Da wir die Übernachtung für den Tag darauf bereits gebucht haben, ist unser Übernachtungsziel auch für diese Nacht klar. Zum Glück steht die Mutter des Besitzers Mohammed (der anscheinend in Jerewan lebt) auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Sie ruft ihren Sohn an – eine weitere Nacht ist kein Problem und so sind wir schnell eingecheckt. Da wir oben auf der Anhöhe in einem Wohngebiet von Dilijan gelandet sind, laufen wir nach einem Gewitter runter in den Ort. Es gibt eine Landstraße außen herum, wir aber nehmen die Abkürzung. Der Weg für die Bewohner runter ins Dorf ist nicht geteert und zur Schlammpiste geworden. Dazu viele Hunde (die meisten aber mit Knopf im Ohr, gehören also jemanden), die uns neugierig beschnuppern. Tina, tief atmen! Unten angekommen, durchlaufen wir die „Altstadt“ (zwanzig Meter Kopfsteinpflaster, daneben ein auf alt gemachtes Hotel) und landen im Restaurant K’tschutsch, wo leckeres Essen in Tontöpfen serviert wird. Dazu gibt es - was sonst - ein Dilijan Bier. Die Brauerei ist nur einen Steinwurf entfernt. Satt, noch müder und zufrieden lassen wir uns heute mal ganz dekadent ein Taxi rufen und den Hang hochfahren.

Tina

Monastery Trail/Dilijan

31/05/23

Am nächsten Morgen geht es zum Wandern außerhalb von Dilijan Stadt.

Knapp zwei Stunden haben wir für einen Rundweg durch den Wald zu den verlassenen Klöstern Juktakvank und Natosavank veranschlagt.

Direkt beim Loslaufen schließt sich uns ein netter Hund an, der uns fast den ganzen Weg begleitet.

Längst verlassen ist das Klosterinnere. Als wir Donnergroll hören, laufen wir schnell zu unserem Ausgangspunkt zurück. 

Weiter geht’s dann mit dem Auto zu den Klöstern Goschawank und Hagharzin.

Schließlich fahren wir noch zum See Parz Lich, ein Ausflugsziel mit Tretbooten, Zipline und Kletterwald. Immer wieder begegnen uns dieselben Leute aus einem Reisebus. Da sind wir also heute wohl mit der Welle geschwommen...

Tina

Gebhard, Garni, Goght - das Paradies

28/05/23-30/05/23

"3 Gs Camping" ist ein Paradies für Camper und Traveller. Wir sind beide viel gereist. Noch an keinem Ort der Welt gab es so viele liebevolle Details für Traveller. Perfekt ausgestattete Küchen, die mehr hergeben als Nudeln mit Tomatensauce und Wein aus Emailletassen. Der Pool und Book Exchange mit dem schönen Garten machen das Paradies perfekt. Die Besitzer sind Holländer und haben sich 2011 hier ihren Traum erfüllt. Eigentlich kamen sie, um für eine armenische Familie Rosen anzupflanzen und sie beim Aufbau ihrer Pension zu beraten. Dann sind sie für ihr eigenes Projekt geblieben. Der Name war schnell gefunden:  3Gs – zwischen Gebhard und Garni in Goght.

Mit Blick auf die Garni-Schlucht fehlt es in dieser Oase an nichts. Die Aussicht ist ein Traum, egal zu welcher Tageszeit. Sogar unser selbstgemachtes Frühstück mutet wie ein Gemälde an.

Heute stand der Lada Niva still auf dem Parkplatz des Tempels Garni. Die Festung stammt vom römischen Geschichtsschreiber Tacitus aus der Mitte des ersten Jahrhunderts v. Chr. 

Sie thront über der Schlucht von Garni, in der mächtige Basaltfelsen die "Symphony of stones" bilden. 

Zu dieser stiegen wir am Morgen hinab, um von dort auf den gegenüberliegenden Berg bis zum zerstörten Kloster Hawuz Tar (Hühnerstange) zu wandern. 

1.500 Höhenmeter überwinden wir, um zur Klosterruine aufzusteigen, belohnt mit einem fantastischen Blick.

Zehn Kilometer später kommen wir zufrieden zurück ins Paradies. Gerade rechtzeitig – ein Unwetter zieht über uns. 

Zum Glück lässt es uns noch trocken ankommen. Die Blitze zucken sehr nah über uns. Einer schlägt in den Strommasten dicht neben dem Auto ein.

Wir unter Weltreisenden auf einer überdachen Terrasse. Das Pärchen von der Isle of Man, das ein Jahr lang unterwegs ist, genauso wie Seb und Anna aus Schwaben, die mit ihrer einjährigen Tochter nach Indien reisen. 

Geschichten wie diese sind es, die, neben den eigenen Abenteuern, das Reisen so wertvoll machen. Die größte Sehenswürdigkeit ist die Welt, sieh‘ sie dir an!

Sandra


Von Gyumri über das Hochplateau nördlich des Aragat in die Garni-Schlucht

27/05/23
An Gyumri, Armeniens zweitgrößte Stadt, hatte ich überhaupt keine Erwartungen. Wir kamen am späten Nachmittag an, ohne Plan und Unterkunft. Ein Großteil Gyumris wurde im Dezember 1988 von einem Erdbeben zerstört – viele der sowjetischen Gebäude fielen um und ältere blieben stehen. Liegt es daran, dass alles auf Kyrillisch geschrieben steht – jedenfalls mutet die Stadt russisch und orientalisch zugleich an.

Gutes Essen. Wir landen in der Aregak Bakery, in der Menschen mit Behinderungen arbeiten. Danach geht's ins "beste Fischrestaurant" von Gyumri, das Cherkezi Dzor. Es mutet mit seinen Holzhäusern und Sitzbänken draußen wie ein Ausflugslokal an, ist aber ein absolut beliebtes Abendziel für Einheimische und Touris. Weiter unten auf den Bildern seht ihr, was wir genau erlebt haben. Bevor es am nächsten Tag Richtung Garni geht, machen wir noch den Markt von Gyumri unsicher und werden für einen Espresso "hinter" dem Marktstand platziert.

Highlight kurz hinter Gyumri. Auf der Suche nach einem Tipp aus unserem Reiseführer, halten wir an einer Brücke und fragen die Bauarbeiter, die dort gerade eine Brücke streichen, nach dem Weg. Diese laden uns kurzerhand auf einen Espresso in ihren Pausenraum ein. Dank Google Translate entspann sich sogar eine kleine Konversation...und die Suche nach dem Hinweis aus dem Reiseführer hat sich erledigt. Weiter geht's...es ist Pfingstsonntag und wir stehen viel im Stau, sehen aber immerhin die Klöster Haritchavank (sogar mit Pfingstmesse) und Hovhannavank (von weitem;-).

Tina

Angeblich Armeniens bestes Fischrestaurant (Cherkezi Dzor). Regenbogenforelle, Stör fangfrisch aus dem Becken und…

…plötzlich vier Getränke. Armeniens stärkster Mann (Guinness Buch der Rekorde) gibt uns aus Gastfreundschaft eine Runde aus.

Ein guter Start in den Tag.

Coffee to go „Armenian Style“.

Armeniens zweitgrößte Stadt Gyumri hat uns sehr beeindruckt. Der Markt lohnt einen Besuch! 

Und wir dachten schon, wir haben viel auf dem Dach…

Warten auf ein frisches Brot aus dem Tonofen – ein wenig zu lange für unseren Geschmack, aber war trotzdem lecker...

Kloster Haritchavank und Pfingstmesse als wir gerade dort sind.

Kloster Hovhannavank und im Hintergrund der schneebedeckte Aragat.

Am Ende der Welt in Darik (Irinas Farm)


26/5/23
Irina und ihr Ehemann sind vor 32 Jahren von Jerewan nach Darik ausgewandert, um dort (zehn Kilometer Feldweg vom Arpisee) eine verlorene Siedlung als eigene Farm aufzubauen. Wir haben in einem Bericht von Torsten Flaig von dieser Farm gelesen. Wir kamen ohne Voranmeldung am Freitag an und rollten mit unserem Lada Niva vor.

Eine Nacht im Nirgendwo. Irina war etwas schüchtern, obwohl sie – wie sich nachher herausstellte – ein wenig Englisch spricht. Schnell war klar, warum sie so zurückhaltend war. In dem Zimmer, in dem wir später schlafen sollten, standen Kisten mit Geschirr aus der Küche, die gerade renoviert wird. Sie war also nicht auf uns vorbereitet. Spätestens als sie uns erzählte, dass zwei ihrer drei Söhne in Berlin lebten und Irina bei ihren Besuchen in unserer Heimat mehr Museen besucht hat, als wir, taute sie auf. Zum Frühstück am Pfingstsamstag gibt es daher Espresso aus der Bio Company in Berlin, da sie diesen Kaffee liebt, genauso wie den Tabak aus der Hauptstadt. So gab es für uns "am Ende der Welt" in Darik einen Milchkaffee in Berlin Style nachdem Irina uns ihre Farm gezeigt hatte.

Irina heißt alle willkommen. Die Truthähne und Hühner meckerten über unseren Besuch, die Kinder der Saisonarbeiter winkten uns aus ihrem Haus. Irinas Hund verteidigte kürzlich die Schafe gegen einen Wolf. Jetzt hüpft mir der Hirtenhund auf den Schoss mit seinen gefühlten 200 Kilogramm. Der Blick schweift hier meilenweit in die Ferne – auf der einen Seite die georgische Grenze, auf der anderen der Arpi-See mit dem gleichnamigen Nationalpark, die Gipfel noch etwas schneebedeckt auf der Seite der türkischen Grenze. Hier ist die Landesgrenze hermetisch verriegelt aufgrund des Genozids der Türken an den Armeniern Anfang des letzten Jahrhunderts.

Zurück nach Darik. Irina und ihre Familie fingen also vor langer Zeit an, die Farm zu bewirtschaften und sie wieder aufzubauen. Die archäologischen Funde zeigt sie uns im Haus, das wie ein Museum wirkt. Tonkrüge und Tonscherben, Amphoren, die sie im heutigen Fundament ausgegraben haben, schmücken heute das Zimmer des Käsebauern, der dort Unterschlupf findet, wenn Schafs- und Frischkäse produziert werden. Rund 30 Pferde, davon drei Fohlen, gehören zum Gehöft. Ob Reiterferien, working holidays oder einfach Hauptstädterinnen – alle sind bei Irina herzlich willkommen. Von uns gibt es fünf Sterne für diesen magischen Ort!!

Sandra

Irina Tatevosyan, +37493522665, E-Mail

Vom Grenzposten Bavra zum Apir-See (Armenien)

26/5/23

"Mamas gut"

Die Offroad-Piste endet in Abastumani, einem Ort, der eigentlich nur aus Baustelle besteht. Ein älterer Herr lotst die „Mamas gut“ – wie er sagt – durch die eigentlich gesperrte Baustelle. Wir sind froh, als wir wieder Teer unter dem Auto haben und ein paar Kilometer später direkt an der Fahrbahn frühstücken. Ein Bagger samt zwei Fahrern gesellt sich zu uns, die gerne einen Espresso hätten – kein Problem.

Wir fahren viel und landen zweimal in einer Autowerkstatt. Einmal (Luxusproblem), weil der Lada beim links Lenken so laut knurrt, einmal weil wir uns, wie schon letztes Jahr, einen Draht, also ein Loch, in den Reifen gefahren haben. Zum Glück schaffen es die Georgier auch diesmal dank „Vulkanizatia“-Methode (Reifen ab, Loch suchen und größer machen, mit Gummipfropfen stopfen und Reifen wieder aufpumpen), den Reifen schnell wieder in Gang zu setzen.

Wer nicht fährt, läuft über die Grenze.

Ab zur georgisch-armenischen Grenze: Sandra hat als Fahrerin das Permit, also die Grenzgenehmigung, für den Lada. Tina soll als „Touristin“ auf die andere Seite laufen. Der ganze Prozess zieht sich, insbesondere, weil unser zusammengeklapptes Dachzelt die Aufmerksamkeit erregt und bestaunt wird! 

Seit 30 Jahren autark

Endlich durch, fahren wir dicht entlang an der Grenzlinie (aber nicht zu dicht, wie beim letzten Mal) zum Arpi-See. Ziel ist Irinas kleines Guesthouse, die hier seit über 30 Jahren autark mit ihrem Mann lebt. So ist ein leckeres Abendessen vorprogrammiert. Besonders freuen wir uns aber auf eine heiße Dusche und ein richtiges Bett.

Tina

Von Kutaisi über den Zekari Pass/Georgien Richtung Armenien

25/5/23
Sandra freut sich – endlich mal ausschlafen! Wir wollen richtig gut Schlaf nachholen, denn die erste Nacht war kurz, da unser Flieger erst um 2 Uhr in der Früh gelandet ist. Wir haben ein schönes Plätzchen auf dem Zekari Pass (zwischen Kutaisi und Abastumani) gefunden.

Stürmische Nacht. Ich war erst etwas skeptisch wegen der Alleinlage, aber ein Spaziergang und wunderschöne Ausblicke nach allen Seiten von „unserem“ Plateau überzeugen mich. Also, Dachzelt aufgestellt, Nudeln gekocht, Bier auf. Wenig später sind wir müde und liegen im Dachzelt. Doch die Ruhe währt nicht lange, denn es stürmt und zwar ganz gewaltig. Das Dachzelt flattert im Wind und klingt, als würde es jeden Moment abstürzen. Dazu eine gespenstische Ruhe um uns herum und ein Sternenhimmel, wie wir ihn nur selten gesehen haben. Klar, Alleinlage und die nächste Ansiedlung 30 Kilometer entfernt.

Früh am morgen weiter. Wir tippen uns an: Runter ins Auto, ab auf die Liegesitze mit klappernden Zähnen, um überhaupt den „Weg“ vom Dachzelt über die Leiter zu bewältigen. Drei Stunden liegen wir wach mit Schlafsäcken im Auto und tun kaum ein Auge zu. Um 2 Uhr nachts weckt Sandra mich, der Sturm scheint vorbei. Ich schreibe bewusst „scheint“, denn er ist es nicht. Nach einer weiteren Stunde im Dachzelt (der Wind ist schlimmer als vorher) landen wir wieder im Auto und zwar bis Sonnenaufgang. Schön hatten wir uns Espresso auf dem Gaskocher und Frühstück mit Aussicht vorgestellt, aber da es auch morgens nur windet, sitzen wir um 6:30 Uhr abfahrbereit im Lada, bereit für die letzte Hälfte des Passes. Sie ist nicht ohne und so sind wir froh, nicht noch am vorigen Abend das letzte Stück gefahren zu sein.

Tina

Von Kutaisi gestartet war es am Anfang des Zekari Passes noch richtig warm. 

Auf einem Plateau bei 2.000 Metern angekommen, dann noch eine Runde laufen, damit wir nicht wieder nur im Auto sitzen.

Ein bisschen ist es wie in Südtirol.

Das Dachzelt ist zum ersten Mal offen. Letztes Jahr hatten wir es gar nicht genutzt.

Beste Lage und dann noch Sonnenuntergang 

Der Blick, herrlich. Nur zu windig war es nachts und so mussten wir das Zelt mit einem Platz im Auto tauschen.

Georgien/Armenien 2023

24.5.2023: Abflug BER

25.5.2023: Ankunft Kutaisi

25.5.2023: Zekari-Pass von Kutaisi – Seirme – Viewpoint

26.5.2023: Viewpoint – Abastomani-Ninodsminda – Grenze Armanien – Arpi-Lake – Darik

27.5.2023: Arpi-Lake – Gyumri

28.5.2023: Gyumri – Aparan - Jerewan – Garni Schlucht. Übernachtung auf dem Campingplatz „3Gs“

29.5.2023: Garni Schlucht: „Sinfonie der Steine“ – Wanderung zum verlassenen Kloster Hawuz Tar

30.5.2023: Kloster Geghard – Sewansee – Dilijan

31.5.2023: Dilijan, Wanderung zu den verlassenen Klöstern Juktakvank und Natosavank sowie Fahrt zu den Klöstern Goschawank und Hagharzin und zum See Parz Lich

1.6.2023: Dilijan – Alaverdi – Haghpan mit Kloster und Übernachtung auf dem Campingplatz 

2.6.2023: Über den Grenzübergang Snogh zurück nach Georgien und nach Tbilisi. Übernachtung – wie auch 2022 – im Hostel „Fabrika“

3.6.2023: Von Tbilisi über Gori und Tskaltubo zum Stellplatz Nähe Kutaisi Airport

4.6.2023: Abflug am frühen Morgen zurück nach Berlin