Wo wir sonst noch waren...

„As I was a goin' over the far famed Kerry mountains, I met with captain Farrell and his money he was counting… Mush-a ring dumb-a do dumb-a da, Whack fall the daddy-o, whack fall the daddy-o, There's whiskey in the jar…” 


Wenn ich alleine dieses Lied von The Dubliners höre, dann bin ich wieder da: in unserem guten alten Irland!

Eine Reise voller Anekdoten. Abgesehen vom Handball-Camp mit 12 und ein paar Trips durch Deutschland, war Irland im Jahr 2000 unsere erste gemeinsame Reise, die nicht verrückter hätte sein können: Trampend vom Kreisel am Flughafen Limerick nahm uns ein altes Ömchen in ihrem klapprigen Auto mit. Tag für Tag passierten nur verrückte Dinge, die sich schreibend nur schwer wiedergeben lassen. Augenzwinkernd über mich selbst muss ich sagen, dass ich im direkten Kontakt jetzt zu meinem Gegenüber sagen würde: „Ihr kennt ja bestimmt schon die Geschichte mit den sieben Schoßhündchen im Auto, aber ich erzähle sie Euch trotzdem nochmal kurz!“ Ja, wir saßen mit sieben oder mehr, für einen Hundewettbewerb präparierten Schoßhündchen, auf dem Rücksitz eines Autos, die uns vom Fußraum und der Kopfstütze herab zuhechelten. Wir zelteten wild unterhalb eines Golfplatzes und merkten erst, wo wir waren, als am nächsten Morgen die ersten Bälle ploppten.

Uns gehört die Welt.  Immer umgab uns das Gefühl: uns gehört die Welt und hier kommen wir! Wer kennt es nicht, mit Anfang 20. Ein Jahr drauf kamen wir wieder für einen Workcamp und rodeten nun gemeinsam Rhodendron in einem Nationalpark mit Freiwilligen aus ganz Europa. Das hatte ich ja zwei Jahre zuvor schon alleine gemacht und Sandra inspiriert. Dann kam erstmal eine lange Lateinamerika-Phase (dazu gleich mehr). 2010 waren wir wieder da – diesmal ganz mondän mit einem Mietauto (nur ein Fiat Panda) und dann nochmal 2018 – unserem ersten Mutti Detox. Auch hier trampten wir kurze Strecken. Es funktionierte noch, war aber doch (auch aus Sicht der Iren) unpopulär geworden. Und Sätze wie: „Welcome! You are in a taxi to heaven!” ließen uns nun, mit Ende 30, doch eher aufschreien und wieder in den Bus zurückkehren.

Das erste Mal Lateinamerika. Als Sandra noch in Ulm war und ich schon in Berlin, packten wir gemeinsam mit zwei anderen Mädels die Rucksäcke und flogen für fünf Wochen nach Peru. Ehrlich gesagt weiß ich nicht mehr, wie wir auf Peru kamen. Ursprünglich hatten wohl Sandra und ihre Freundin, die mitreiste, die Idee. Es war – wie zu erwarten war – spannend und abenteuerlich, aber auch nicht ganz einfach zu viert. Und eins wurde uns absolut klar: wenn wir nochmal nach Lateinamerika wollen, müssen wir Spanisch lernen.

Wieder ein Workcamp. Ein gutes Jahr später war es soweit. Das Rhododendron-Workcamp hatte seine Schatten vorausgeworfen. 2003 machten wir uns gemeinsam für zwei Monate auf nach Nicaragua und Costa Rica. Mit fünf weiteren Freiwilligen arbeiteten wir für die Städtepartnerschaft Friedrichshain/Kreuzberg – San Rafael del Sur und deren Partner-Organisation und wohnten bei Gastfamilien. Hier könnt ihr mehr dazu lesen.

Diese Reise hat uns bis heute geprägt und war ein Abenteuer fürs Leben. Und sie hat uns noch mehr zusammengeschweißt, so dass wir danach auch für unsere erste gemeinsame WG in Kreuzberg bereit waren. Und danach für die zweite. Und danach für zwei Wohnungen übereinander, jeweils mit unserem Partner. Und danach, wie es der Zufall so will, für eine gemeinsame Schwangerschaft. Manchmal ist das Leben einfach verrückt und wunderbar!